Unternehmenssanierung Schlossereischlosserei

  - Die Firma kämpfte mehrere Jahre in der "Zange" der Bank
  - Konkursantrag der Gesellschaft stoppte Nachfolgerhaftung
  - 6 Monate später war die Restschuld erlassen und die Bürgen frei
  - Der Bank wurden die Kredite samt Sicherheiten abgekauft

Nachfolge und Entschuldung Schlosserei:

Das Unternehmen beschäftigte sich mit der Metallverarbeitung Portalbau, Bauschlosserei, Stahl-Komponentenbau. Der Unternehmer wandte sich an ReSTART, nachdem er von Bekannten erfahren hatte, dass wir auf Begleitungen bei Unternehmenssanierungen spezialisiert sind.

Das Problem: Das Unternehmen hatte in früheren Jahren hohe Forderungsausfälle zu verzeichnen. Der Wettbewerb als Zulieferbetrieb für Bauschlosserarbeiten war hart und ließ keine Gewinne zu. Zudem forderten die Auftraggeber lange Zahlungsziele. Die Bank hatte im letzten Jahr die Hälfte der Zinsen erlassen, da das Unternehmen nicht in der Lage war, höhere Zinsendienste zu bezahlen. Der Bank dienten zwar Pfandrechte an der privaten Liegenschaft als Kreditsicherheit, sie reichten jedoch nicht aus, um die gesamte Aushaftung der Darlehen abzudecken.

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Sanierungsplan Druckereidruckerei

  - Sanierung über vorbereiteten Konkurs samt Zahlungsplan
  - Pfandrechtsregelung durch Schulden-Ankauf
  - Bürgschaftsregelung Familienmitglieder mit Bank (Rückstehung*)
  - Barquote durch Rückstehung Bank und Haupt-Lieferantengläubiger

Eine kleine Druckerei mit Werbestudio in gemieteten Räumen.

Ehepaar mit drei Kindern und Wohnhaus. Ein Geschäftspartner riet dem Unternehmer, mit der ReSTART Kontakt aufzunehmen, um ein Sanierungskonzept zu erstellen. Das war des Unternehmers Glück, denn es gelang uns rasch und durchgreifend die Angelegenheit anzugehen.

Die Druckerei wurde ausgegliedert und hohe Abfertigungsverpflichtungen im Sanierungsplan geregelt.

Edikt: Bekannt gemacht am 10. Dezember 2010
Wesentlicher Inhalt des Sanierungsplanvorschlags: Die Insolvenzgläubiger erhalten eine Quote von 20 % ihrer Forderungen, zahlbar in 2 Jahren ab Annahme des Sanierungsplans. Für bestrittene Forderungen und Forderungen, die nur vom Schuldner bestritten werden, gelten § 150 Abs 3 und 4 Insolvenzordnung.

2. Teil: Bekannt gemacht am 9. März 2011

Der Sanierungsplan wurde angenommen. Wesentlicher Inhalt: Die Insolvenzgläubiger erhalten eine Quote von 20 % ihrer Forderungen, zahlbar binnen zwei Wochen ab Annahme des Sanierungsplanes. Nicht vor rechtskräftiger Bestätigung. Die Ausschüttung erfolgt durch den Masseverwalter. Die Schlussrechnung des Masseverwalters wird genehmigt. Der am 08.03.2011 angenommene Sanierungsplan wird bestätigt.

3. Teil:Bekannt gemacht am 30. März 2011
Der Sanierungsplan ist rechtskräftig bestätigt. Das Sanierungsverfahren ist aufgehoben. Ende der Zahlungsfrist: 05.04.2011.

Mit der Bank wurden die Bürgschaften der Gattin zusammen mit dem Insolvenzanteil in einer neuen langfristigen Darlehensregelung geklärt.

Alles gut gelaufen, teilweise besser als geplant.
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*) Rückstehung: Ein Gläubiger kann von einer Konkursquotenauszahlung zurück stehen, er verzichtet aber nicht, sondern streckt die Zahlungsfrist.

 

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Außergerichtliche Entschuldung, Baubetriebindex

  - Baubetrieb, eine Nachfolgeregelung war durch Überschuldung gefährdet
  - Vorbereiteter Schulden-Ankauf 22 % Quote durch Dritte
  - Alternative: Zwangsausgleich mit neuem Kapital
  - Bürgschaftsregelung mit der Bank
  - Nachfolger übernahm Baustellen und führte Projekte zu Ende
  - Nachfolgeregelung, alle Mitarbeiter konnten den Arbeitsplatz behalten

Der Bauunternehmer wollte in den verdienten Ruhestand. Beide Töchter waren mit den Schwiegersöhnen in anderen Bereichen tätig und nicht interessiert die GmbH & CO KG zu übernehmen. Überschuldung wurde sichtbar.

Ein Konkursverfahren mit Zwangsausgleich über gute Vorbereitung samt Bürgschaftsregelung mit der Bank, erschien gangbar. Doch es wurde befürchtet, dass durch ein Konkursverfahren hohe Gewährleistungsgarantien gezogen würden und diese auf Bank und Bürgen durchschlagen könnten.

Ein befreundeter Bauunternehmer trat einige Jahre zuvor als Nachfolger-Anwärter auf. Der Geschäftsführer hatte 30 Jahre das Unternehmen erfolgreich geführt. In den letzten fünf Jahren häuften sich aber Verluste und Verbindlichkeiten an, die in der Bilanz unter „Vorräte“ (Halbfertige Baustellen) "balanciert" erschienen.

Der Nachfolge-Übernehmer empfahl dem Unternehmer, mit ReSTART Kontakt aufzunehmen, um eine geordnete Sanierung einzuleiten. Mit fünfzehn Gläubigern, einschließlich dem Finanzamt, wurden die Schulden durch Dritte zum Ankauf über ReSTART angeboten und verhandelt. Binnen sechs Wochen werteten das alle Gläubiger als beste Alternative und es wurden Ankaufverträge unterfertigt.

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Weiterführende Links zum Thema Entschuldung:

Florida Institutes Mediation ADR USA

Ludwig-Maximilian-University München (Mediation)

Bankruptcy Data USA

Business Rescue Southafrica

Insolvenzdatei Edikte Austria

Insolvenzbekanntmachung Deutschland

 

Weitere Publikationen des Autors zum Thema (in English):

Bury the Debt by Johann Hüthmair

Back from the Brink by Johann Hüthmair

 

Anregungen zu Reformen:

Endnote im Buch: Hüthmair J, (2015) ReSTART, S. 222

>Die Insolvenzgerichte in Österreich „opfern viel Verhandlungszeit“ der Gebührenverrechnung. Durch das Internet und E-Mail wurde die Funktion des „Botendienstes“ der „Gläubigerschutzverbände“ (GSV) in Österreich großteils kompensiert. Die GSV haben seit 90 Jahren eine bevorrechtete Stellung bei Insolvenzen und eine gesicherte Gebührenordnung, doch die Gläubigerpositionen haben sich geändert. Bei einer Sanierungsplanannahme hat der Schuldner die GSV-Gebühren zu tragen. Anwälte als Gläubigervertreter und auch jene Gläubiger, die selbst ihr Stimmrecht bei Gericht ausüben, bekommen keine Vergütung. Die Arbeiterkammer hat die Pfründe gewittert und ein Antrag auf Zulassung des „Insolvenzschutzverbandes für Arbeitnehmer“ (ISA) wurde genehmigt. Nun sind es vier Verbände (KSV, AKV, ÖVC, ISA), die aus dem gleich großen Topf leben. Das geht naturbedingt zum Nachteil der Qualität. Im Zeitalter des Internets könnten Berichte des Insolvenzverwalters den registrierten Gläubigern mit Zugangscode zugänglich gemacht und auch Forderungsanmeldungen online gestaltet werden (ähnlich der Einkommensteuererklärung beim Finanzamt). Die Originalrechnungen liegen im Unternehmen ohnedies für die Prüfung durch den Insolvenzverwalter vor.

Hypothese: Sobald die Gebührenbegünstigung fällt, verbleiben nur noch drei GSV (ISA dürfte wegfallen) und strukturelle Reformen ordnen sich selbst. Bei den Gerichtsverhandlungen würde viel Zeit für Kernaufgaben (ca. 20%) frei werden, wenn die Protokollaufnahme der Gebühren für GSV durch den Richter entfällt und sich der Insolvenzverwalter mehr seinem Hauptgeschäft zuwenden kann. Aus der Betrachtung der Wertschöpfung erkennt man rasch, dass die Einbehaltung von Honorar (für Vertretung oder Stimmausübung GSV) in zwei Zeilen in die Vollmacht der GSV eingefügt werden könnte und der Verrechnungsaufwand GSV würde sich „natürlich“ halbieren.<